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< class="imPgTitle" style="display: block;" itemprop="headline">Bromme Essen 21. – 24. November 2012
Carl Rudolph Bromme Gesellschaft
Herausgegeben von in Algemein ·

Bromme Essen & Bromme Gespräch Das Bromme Essen 2012, fand wie schon 2011, auf Einladung des Kommandeurs Herrn Flottillenadmiral Thomas J. Ernst, an der Marineschule Flensburg – Mürwik statt.


Programmpunkte:
1. Fahrt mit U32 vom 1. Ubootgeschwader in Eckernförde unter dem Kommando von Korvettenkapitän Christian Moritz.











 


Erlebnisbericht von Oberst i Gst Jürg Kürsener.


Teilnehmer der Mitfahrt auf U32 am 22. November 2012 im Rahmen des Bromme Essen 2012 Tauchfahrt an Bord des modernen deutschen Ubootes U 32, Jürg Kürsener, Oberst i Gst (aD)

Im November 2012 hat Joachim Kaiser, der 1. Vorsitzende der Bromme
Gesellschaft, grosszügigerweise drei Schweizer Gästen einen Besuch bei der Deutschen Marine vermittelt. Die Gäste konnten dabei u.a. die Marineschule Mürwik kennenlernen, waren dort untergebracht und erhielten Gelegenheit zu Besuchen des Maritime Operation Centers in Glücksburg und des Segelschulschiffs Gorch Fock in Kiel. Höhepunkte waren aber zweifellos der Besuch beim 1. Uboot Geschwader in Eckernförde und eine Tauchfahrt an Bord von U 32 in der Ostsee.

In der Schlussphase des Kalten Krieges zählte die deutsche Marine 24 Uboote. Diesen oblag die Aufgabe, in der Ostsee einen Aufmarsch der sowjetischen Baltischen Flotte, ein Ausbrechen durchs Kattegat und Skagerrak in den Atlantik und/oder gegnerische Landungsverbände zu bekämpfen, die auf die dänischen Inseln und Jütland angesetzt waren.

Weitere Einsätze waren auch an der Nordflanke der NATO entlang der Küste von Norwegen gegen Überwasserkräfte vor allem der Sowjetunion vorgesehen. Die Boote der Klassen 206 und die zehn modernisierten Boote der Klasse 206A wurden zwischen 1971 und 1975 in Dienst gestellt. Entsprechend den geringen Wassertiefen der Ostsee waren sie mit bloss 500 Tonnen Verdrängung (getaucht) und bloss 48 m Länge sehr klein, äusserst geräuscharm und daher auch schwer zu orten. Zudem waren sie äusserst beweglich und konnten in der Ostsee selbst in nur 20 m Wassertiefe noch gut manövrieren. Als Besonderheit konnte diesen Booten ein Minengürtel mit 24 Minen um den Rumpf montiert werden. Damit gehörte auch die Minenkriegführung zum Aufgabenbereich der Klasse 206 und 206A.

Vereinzelt ab 1979 und regelmässig ab den 90er Jahren nahmen diese Uboote auch an Einsätzen fernab heimischer Gewässer teil, vor allem im Mittelmeer und gelegentlich zur Ausbildung in der Karibik. Aber sie eigneten sich nur bedingt für weitreichende und länger dauernde Einsätze. Ab 1998 wurden diese Einheiten schrittweise ausser Dienst gestellt, überraschend erfolgte im Rahmen der Bündelung finanzieller und personeller Ressourcen im Sommer 2010 die Weisung, auch die letzten sechs Boote der Klasse 206A vorzeitig stillzulegen. Im März 2011 sind diese definitiv ausser Betrieb genommen worden. Es bleiben jetzt bloß noch die vier Boote U 31, U 32, U 33 und U 34 der modernen Klasse 212A, die zwischen 2005 und 2007 in Dienst gestellt worden sind. Im Verlaufe von 2013 und 2014 sollen die zwei Boote U 35 und U 36 dazukommen, so dass dann der Bestand an Ubooten der deutschen Marine total sechs Einheiten beträgt. Um in Zukunft trotz des sinkenden Bestandes eine hohe Verfügbarkeit zu gewährleisten, wird ein Mehrbesatzungskonzept geprüft und umgesetzt. Derzeit sind im 1.Ubootgeschwader sieben Besatzungen verfügbar.

Drei Schweizer Gäste – Roger Pfister (Arzt), Stephan Kilcher (ein ehemaliger Schweizer Gardist) und der Autor – erhielten im Herbst 2012 die grosszügige Einladung von Joachim Kaiser und der Bromme Gesellschaft sowie der deutschen Marine, auf einem der modernen neuen Uboote der Klasse 212A mitfahren zu dürfen. Die U 32 ist wie ihre Schwesterboote in Eckernförde in der Nähe von Flensburg stationiert, ganz im Norden von Schleswig-Holsteins. Sie gehört zum 1.Ubootgeschwader, dessen Kommandeur derzeit Fregattenkapitän Sascha Rackwitz ist, ein Historiker und ehemaliger Kommandant von U 26. Sein Geschwader gehört zur Einsatzflottille 1 mit Hauptquartier in Kiel.

Am Pier in Eckernförde lag “unser Boot”, die U 32. Deutsche Uboote tragen traditionellerweise keine Namen, sondern Bezeichnungen beginnend mit U … Am Nachbarpier hatten die beiden Flottendienstboote Oste (A 52) und Alster (A 50) festgemacht. In Sichtweite lagen ferner das Mehrzweckboot Breitgrund (Y 866) und das Wehrforschungserprobungsschiff Planet (3500 Tonnen), ein Schiff mit Katamaranrumpf. Später tauchte der Tender Main auf, der als Trossschiff für Versorgungs- und Reparaturaufgaben ebenfalls zum Geschwader gehört.

U 32 wurde zu Teilen bei den Howaldtswerken in Kiel gefertigt, der Bau der hinteren Bootshälfte und die Montage erfolgten bei TNSW in Emden. Am 19. Oktober 2005 wurde das Boot in Dienst gestellt. Die Uboote der Klasse 212A gehören zu den modernsten konventionellen Ubooten weltweit. Eine Besonderheit dieser Boote ist der luftunabhängige Antrieb (AIP – Air Independent Propulsion). Dieser beruht auf der Siemens PEM Brennstoffzellen Technologie, welche eine Umwandlung von Wasserstoff und Sauerstoff direkt in elektrische Energie ermöglicht und damit den 3 Antrieb des Ubootes gewährleistet. Damit ist das Uboot nicht mehr gleichermassen häufig darauf angewiesen aufzutauchen, zu schnorcheln und mittels Dieselmotor die Batterien wieder aufzuladen. Die Grenze wird einzig durch den mitzuführenden Sauerstoff, die 32 Schwermetallhybrid-Speicher für etwa 2,5 Tonnen Wasserstoff sowie durch die Belastbarkeit der Besatzung und die mitgeführten Lebensmittel gesetzt. Nach Aussagen der Verantwortlichen kann ein solches Uboot durchaus während Wochen getaucht bleiben. Gemäss dem kompetenten Jahrbuch Jane’s Fighting Ships hat U 32 im April 2006 die Strecke von der deutschen Bucht bis Cadiz (Spanien) ohne Aufzutauchen in 14 Tagen zurückgelegt, allerdings bei einer bescheidenen Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 11 km/h.

Die für die deutsche Marine zu beschaffenden Boote U 35 und U 36 des Loses 2 werden über wichtige Neuerungen verfügen. So werden sie über ein Seitenradar (Lateral Antenne), einen Optronikmast, eine verbesserte Brennstoffzelle, den neuen Flugkörper IDAS zur Bekämpfung von Luft- oder Landzielen sowie über Unterbringungsmöglichkeiten für Spezialkräfte verfügen. Zudem sollen die Boote so eingerichtet werden, dass den Besatzungen auch der Einsatz unter tropischen Bedingungen erleichtert wird.

Deutschland stellt seine Marine auf das veränderte sicherheitspolitische Umfeld ein. Im Vordergrund stehen nicht mehr die Einsätze in der Nord- und Ostsee oder vor Norwegen, sondern vor allem die Regionen des Mittelmeeres und des Indischen Ozeans (Arabisches Meer, vor Somalia), wo sich die deutsche Marine z.B. an den Operationen ATALANTA und UNIFIL beteiligt. Uboote eignen sich besonders für Aufklärungsaufgaben in Regionen, in denen sich potentielle Gegner unbeobachtet fühlen, oder für küstennahe Einsätze von Spezialkräften. Zunehmend arbeiten deutsche Uboote mit alliierten Seestreitkräften zusammen, wobei beispielsweise auch die Integration in oder der Einsatz gegen Flugzeugträger Kampfgruppen geübt wird.

Vorderhand ist die einzige und wichtigste Waffe der deutschen Ubootes der Torpedo. Die von U 32 mitgeführten 12 je 6,6 m langen und 1,7 Tonnen schweren Torpedos mit einem Gefechtskopf von 250 kg, sollen über eine Reichweite von gegen 80 km (!) verfügen. Sie sind etwa 90 km/h schnell. Beim Abschuss werden die Torpedos mit Druckwasser aus den Rohren ausgestossen. Weitere Waffen, so etwa der Flugkörper IDAS, der gegen Land- und Luftziele eingesetzt werden soll, sind in Entwicklung. Wichtig ist die Tatsache, so der Kommandant von U 32, dass sich Uboote nicht zur Androhung eskalatorischer Gewalt eignen. Dies etwa im Gegensatz zu Überwasserkampfeinheiten, die über zahlreiche Optionen der Eskalation verfügen, von der Warnung, Gewaltandrohung, dem “Schuss vor den Bug” bis hin zum Waffeneinsatz. Ubooten bleibt demgegenüber nur die Wahl, den Torpedo abzuschiessen, mit der Zerstörung des Gegners als Konsequenz, oder darauf zu verzichten. Eine Zwischenlösung gibt es hier nicht.

Korvettenkapitän Christian Moritz, der junge Kommandant von U 32, empfängt uns auf dem Pier, während einzelne Seeleute die Taue lösen und das Auslaufen vorbereiten. Zuvor hat der Geschwaderarzt die Gäste für die Fahrt auf U 32 tauglich erklärt. Über den vorderen Vertikaleinstieg geht es hinunter ins untere der zwei Decks, wo Hauptbootsmann Rösemann zuerst den Spezialanzug für einen allfälligen Notausstieg erklärt. Wir sind direkt in die Mannschaftsmesse gelangt, die nebst anderem auch zur Vorbereitung der Torpedos genutzt werden kann. Auf engstem Raum liegen hier u.a. die kleine Offiziersmesse, die Kombüse (Küche) und in Richtung Bug sieht man die sechs Torpedorohre. Im hinteren Teil dieses Decks liegen die Brennstoffzelle und der Maschinenraum, dazwischen Unterkünfte für Offiziere und Unteroffiziere. Der Kapitän verfügt als einziger über eine eigene Kabine. Aber auch er teilt sich mit allen anderen eine Toilette und eine Dusche. Wenn Frauen an Bord sind und das wird zunehmend der Fall sein, müssen sich auch diese alle Einrichtungen mit den Männern teilen. Maat Radaz ist der Smut an Bord (“Küchenchef”), er ist ein Einzelkämpfer. Zwar ist er gelernter Koch, aber er habe es nicht lange in Küchen von Hotels oder Restaurants ausgehalten. Hier sei er auf den wenigen Quadratmetern allein Herr und Meister und für die Zubereitung von dreimal 28 Mahlzeiten pro Tag verantwortlich. Interessant ist es schon, dass die deutschen Ubootfahrer während Wochen auf Handy und Internet verzichten müssen und sich trotzdem – fast – ausreichend Freiwillige zu diesem Dienst melden. Woran liegt dies, will ich wissen. Drei Antworten werden gegeben: 1) an der grossen Verantwortung für den Einzelnen, 2) an der anspruchsvollen Technik und 3) an der Tradition deutscher Uboote. Dass es seit der Sistierung der Wehrpflicht Mitte 2011 in der Bundeswehr, auch in der Marine, gravierende Rekrutierungsprobleme gibt, wird allerdings nicht verschwiegen.

Inzwischen ist Korvettenkapitän Moritz auf die Brücke geklettert und leitet das Auslaufen von U 32 aus der dicht befahrenen Bucht von Eckernförde. Lautlos und vibrationslos gleitet das Boot mit Kurs 072 in Richtung Ostsee. Das erste Tauchgebiet liegt noch einige Seemeilen entfernt. Die Unterwasserfahrt von Ubooten obliegt einem strengen Regime, einer Art Unterwassermanagement. Ähnlich wie der Luftraum, wird auch dem Uboot eine dreidimensionale Zone unter Wasser zugewiesen. Diese lasse sich – so Moritz – etwa mit der Form eines Würfels vergleichen, in dessen Zentrum das Uboot liege. Die Unterwasserbewegungen werden international – vor allem im Rahmen der NATO, aber auch zusammen mit zahlreichen weiteren Staaten (z.B. Schweden) – koordiniert. Im Grossen und Ganzen würden sich die Nationen daran halten, allerdings gebe es auch immer wieder Ausnahmen.

Im Tauchgebiet angekommen räumen wir die Brücke und begeben uns ins erste Unterdeck. Hier liegt die Operationszentrale (OPZ), von welcher aus die diensthabende Equipe den Tauchvorgang einleitet, durchführt und überwacht. Trotz Routine ist die Spannung spürbar. Ruhig gibt Korvettenkapitän Moritz die Befehl zum Tauchen, die Ventile werden geöffnet, das Meerwasser dringt in den Ballasttanks und sachte, völlig unspektakulär sinkt das Boote unter den Meeresspiegel. Im Sehrohr sieht man noch das letzte Tageslicht und einige Segelboote, dann noch etwas Gischt und es wird dunkel. Frei hängende Gegenstände lassen Rückschlüsse auf den Gleitwinkel des Bootes zu. Wir sinken weiter auf die befohlene Tauchtiefe, dort wird das Boot ausbalanciert und fährt zuerst mit geringer, dann leicht erhöhter Geschwindigkeit auf dem befohlenen Kurs. Über die maximale Tauchtiefe wird nicht gesprochen, diese wäre in der Ostsee mit relativ geringen Tiefen auch nie erreichbar. Unteroffiziere sind für Seiten- und Tiefenruder sowie für die akustische Überwachung (Sonar) des Ubootes verantwortlich. Es wird nur mit passivem Sonar gearbeitet. Ein aktiver Sonar ist nicht vorhanden, könnte zwar nützlich sein, würde aber unweigerlich die Position des eigenen Bootes verraten.

Zwischendurch manövriert der Kommandant das Uboot auf Sehrohrtiefe, wir erkennen am Horizont noch die Umrisse der schleswig-holsteinischen Küste und zahlreiche Handelsschiffe und Freizeitboote. Die Optik ist hervorragend, die Vergrösserungsmöglichkeiten beeindruckend. Neben dem Beobachtungssehrohr (Zeiss), das auch die GPS Antenne für Satellitennavigation enthält, verfügt U 32 noch über zahlreiche andere ausfahrbare Masten, so z.B. für die Kommunikation, für die Navigation, für die Radarwarnung oder für das Schnorcheln.

Höhepunkt für eine Landratte ist zweifellos der Besuch der Brücke nach Auftauchen des Bootes. Zwei Unteroffiziere und ein Offizier gehören zur Standardbesetzung hier oben. Mit etwa 10 Knoten fährt das Boot durch die ruhige See, aufmerksam wird jedes andere Wasserfahrzeug beobachtet. Ein Plexiglas Schild schützt die auf der Brücke Anwesenden vor Fahrtwind und Wasserspritzern. Bei unruhigem Seegang haben sich alle auf der Brücke zu sichern. Unter Wasser spürt man übrigens den Seegang je nach Tiefe kaum mehr. Die Faustregel besagt, dass pro Meter Wellengang 10 Meter Tauchtiefe nötig sind um den Wellengang zu neutralisieren.

Kapitänleutnant Wortmann zeigt uns während der nächsten Tauchphase das Uboot, vom Torpedoraum, über die Kojen, der OPZ bis hin zur wichtigen, aber unscheinbaren Brennstoffzelle. Alles ist ordentlich und sauber gepflegt. Die Besatzung ist stolz darauf. Die engen Platzverhältnisse auf dem Uboot – verglichen mit den Booten des 2. Weltkrieges muten sie allerdings fast luxuriös an – stellen hohe Anforderungen an die Besatzung. Auch wenn die Seeleute belastbar sind, ist es fast unvermeidlich, dass bei längeren Fahrten Spannungen auftreten. Dann ist besonders Führungsstärke vom Kommandanten, letztlich aber auch Charakterstärke von allen gefragt. Eine kritische Phase, so Wortmann, ergebe sich in der Regel nach etwa drei Wochen auf See. Dann seien die Empfindlichkeiten besonders ausgeprägt und man gehe sich bei Kleinigkeiten bereits “auf den Wecker”. Die jetzige Besatzung der U 32 sei aber vorbildlich und meistere auch solche schwierigen Phasen in der Regel nach kurzer Zeit. Nicht ganz unwichtig ist in solchen Phasen die Arbeit des Smut, er kann mit guten Mahlzeiten Wunder bewirken.

Das Uboot hat nach einigen Stunden gewendet und befindet sich getaucht auf dem Rückmarsch mit Kurs 245. Die Besatzung bereitet sich zum Auftauchen vor – das wohl wichtigste Manöver überhaupt. Sie geht auf Station. Jetzt kommt dem “Lagebild” eine übergeordnete Bedeutung zu. Dieses beurteilt die Lage im Auftauchgebiet. Dabei sind die in den zurückliegenden Minuten festgestellten Geräusche zu analysieren, die Kurse aller aufgezeichneten Schiffsbewegungen zu extrapolieren, neue Geräusche in Rechnung zu stellen und dies alles, um zu beurteilen, ob das Auftauchgebiet frei ist. Denn Sehen kann das Uboot in dieser Phase nichts, nur hören. Das Lagebild ist in Ordnung. Trotzdem wählt der Kommandant ein sachtes Aufsteigen. Auf sein Kommando wird Pressluft in die Tanks geblasen. Langsam steigt das Boot, nur leicht nach oben geneigt, wiederum wenig spektakulär. Bei einem Alarmauftauchen mit Steigwinkeln von weit über 30 Grad ist das ganz anders… Plötzlich durchdringt das ausgefahrene Periskop das Wasser, unverzüglich schwingt Korvettenkapitän Moritz das Sehrohr 360 Grad herum, um Sicherzugehen, dass sich im gesamten Auftauchgebiet wirklich kein fremdes Objekt befindet. Alles ist gut gegangen, erleichtert gibt er das Sehrohr den Gästen frei. Wir steigen dann erneut auf den Turm und geniessen die Annäherung in die Bucht von Eckernförde. Bald tauchen einige Seeleute auf dem Oberdeck des Bootes auf, sie bereiten die Leinen zum Festmachen vor. Sachte gleitet das Boot in den Hafen, kurz und deutlich gibt Korvettenkapitän Moritz seine Befehle und innert Minuten haben wir am Pier festgemacht. Routinemässig werden die abschliessenden Arbeiten erledigt, darunter auch das Setzen der Dienstflagge von U 32.

Korvettenkapitän Moritz versammelt die gesamte Besatzung auf dem Pier, er richtet einige anerkennenden Worte an seine “Jungs”. Das Verhältnis zwischen Offizieren und Unteroffizieren ist informell, aber korrekt und von beidseitigem Respekt geprägt. Das geht auf einem relativ kleinen, engen Boot, auf welchem 27 Männer Tag und Nacht über viele Wochen zusammenarbeiten und aufeinander angewiesen sind, nicht anders. Moritz gibt jetzt das “Einlaufbier” frei, eine Tradition der deutschen Marine, die jedem Besatzungsmitglied nach Einlaufen eine Flasche Bier zubilligt. Der Druck und die Konzentration sind weg, locker wird auf die jüngste erfolgreiche Fahrt angestossen.

In wenigen Wochen gilt es wieder Ernst, dann aber für einige Monate. Im Februar wird U 32 zusammen mit dem Tender Main und dem Forschungsschiff Planet (mit dem Geschwaderkommandeur FKptn Rackwitz an Bord) bis Mai 2013 in die USA fahren, dort vor Florida Übungen absolvieren, die in deutschen Gewässern kaum möglich sind. Höhepunkt wird dann die Zusammenarbeit mit und auch der “Einsatz” gegen die Flugzeugträger Kampfgruppe der USS George H.W. Bush (CVN 77) sein. Darauf freuen sich schon jetzt alle deutschen Seeleute, denn sie wollen den Amerikanern beweisen, dass deutsche Ubootfahrer professionell, tüchtig und “gefährlich” sind.

Die Schweizer Gäste bedanken sich an dieser Stelle ganz herzlich bei ihrem grosszügigen Gastgeber, Herrn Joachim Kaiser, dem 1. Vorsitzenden der Bromme Gesellschaft, bei der Bromme Gesellschaft und bei allen, die sie so ungezwungen und freundlichst aufgenommen haben. Ebenso herzlich bedanken wir uns bei allen Vertretern der deutschen Marine, vorab bei Herrn Flottillenadmiral Thomas Ernst, dem Kommandeur der Marineschule Mürwik, bei Herrn Fregattenkapitän Walter John und bei allen weiteren Offizieren, Unteroffizieren und zivilen Angestellten, die die Gäste so grosszügig und offen empfangen und betreut haben. Das einzigartige Erlebnis bleibt unvergesslich. Ein ähnlicher, illustrierter Bericht wird Ende Januar 2013 in der Militärzeitschrift “Schweizer Soldat” erscheinen.

Technische Daten zu U 32
Verdrängung aufgetaucht 1450 Tonnen Verdrängung getaucht 1830 Tonnen Länge 56 Meter Breite 6,8 Meter Tiefgang (aufgetaucht) 6,4 Meter Druckkörper des Bootes 7 Meter Durchmesser Besatzung 27 Mann (8 Of, 19 Uof) Bewaffnung 6 Torpedorohre (53,3 cm), total 12 Torpedos des Typs DM 2 A4 (Atlas Elektronik) Seehecht II Geschwindigkeit aufgetaucht 12 Knoten (22 km/h) getaucht 20 Knoten (36 km/h) Autonomie 14400 km (aufgetaucht, bei 8 Kn) Sonar DBQ 40 (STN Atlas Elektronik) Sonar und Schleppsonar (passiv), Minendetektion Antrieb Hybridantrieb (Brennstoffzelle) und Dieselmotor MTU 16V 396 für Fahrten aufgetaucht Geräuscharmer Siebenblatt Propeller Leistung 2300 PS Ruderanordnung X-förmig (bessere Ruderwirkung) Beschaffungspreis zirka 455 Mio SF.

2. Besuch auf dem Flottendienstboot „OSTE“.

 

           


                                          


3. Gemeinsam mit der Besatzung von U32, Besuch bei der Firma „Behn“ in Eckernförde.

                 

4. Besuch des Schleswig-Holsteinischen Landtages mit Empfang bei dem Landtagspräsidenten Herrn Klaus Schlie.

              


5. Ökumenischer Gottesdienst in der Nikolauskapelle der Marineschule.

6. Besuch in dem Maritime Operation Center in Glücksburg, der Außenstelle des Marinekommandos.

7. Das Bromme Gespräch im Pepermintsaal der MSM. Vorträge mit anschließender Diskussion über das Lebenswerk von Admiral Carl Rudolph Bromme.

Die Vorträge wurden gehalten von:
Herrn Wolfgang Meironke, Gummersbach
Herrn Erwin Wagner, Fregattenkapitän a.D., Hude / Schifffahrtsmuseum Brake.
Herrn RA Thomas Billig, stellv. Vorsitzender der Carl Rudolph Bromme Gesellschaft Leipzig.







8. Admiral Bromme Essen 2012

Musikalischer Auftakt durch das Bläserensemble des Marinemusikkorps Ostsee.
Serenade mit Empfang in der historischen Aula der Marineschule Mürwik.






Gedankenaustausch mit Rückblick auf 2012 in der Offiziersmesse der MSM.
Ehrengäste:
Flottillenadmiral und Kommandeur der MSM Herr Thomas J. Ernst.
Kapitän z.See a.D. Bernd Molter, ehem. Kommandeur VBK 75
Fregattenkapitän Sascha-Helge Rackwitz, Kommandeur des 1. Ubootgeschwaders und seine Gattin
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9. Besuch und Führung auf dem SSS Gorch Fock dem Segelschulschiff der Deutschen Marine.



                

Abschließend Verabschiedung der Teilnehmer.



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