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Bromme Symposium 2015

Carl Rudolph Bromme Gesellschaft
Herausgegeben von in Algemein ·
Tags: Kapitän_a.D._Bernd_Molter
Bericht über das Bromme-Gespräch im Rahmen des Bromme-Symposiums

Am Samstag, dem 21. November 2015, begann vor der eindrucksvollen marinehistorischen Kulisse der Aula der Marineschule Mürwik um 0930 das 3. Bromme-Gespräch unter den Augen des Namensgebers dieses Symposiums, der in einer Bronzebüste dem Treffen beiwohnte. Das unter der Leitung des Kapitäns z. S. a. D. Bernd Molter durchgeführte und gegen 1430  abgeschlossene Gesprächsprogramm umfasste am Vormittag und Nachmittag je zwei Vorträge mit anschließender Diskussionsrunde.
Nach der Begrüßung der Teilnehmer durch den 1 Vorsitzenden der Carl Rudolph Bromme Gesellschaft, Herrn Joachim Kaiser, und den Stellvertreter des Kommandeurs der Marineschule Mürwik, Kapitän z.S. Annighöfer, eröffnete der Gesprächsleiter die Veranstaltung mit einem kurzen Rückblick und einer Würdigung der vorangegangenen beiden Bromme - Gespräche der Jahre 2011 und 2012. Wie damals sollte es die Zielsetzung auch dieser Veranstaltung sein,
über die Forschungsergebnisse und Dokumentation zum Lebenswerk Brommes zu unterrichten und zu
  diskutieren,
- die persönlichen Kontakte der Teilnehmer vor diesem Hintergrund zu erneuern und zu vertiefen sowie
- Anregungen für die künftige Arbeit auf diesem Gebiet zu erhalten.
Es folgten am Vormittag die umfangreich mit Anschauungsmaterial ausgestatteten Einzelvorträge des Historikers der Bromme Gesellschaft, Herrn Wolfgang Meironke aus Gummersbach, zum Thema „Der 8. Mai 1849 im Leben von Carl Rudolph Bromme“ und des Bromme Beauftragten des Schifffahrtsmuseums Unterweser, Herrn Fregattenkapitän a.D. Erwin Wagner aus Hude, zum Thema „Carl Rudolph Brommy als Marineoffizier in Griechenland 1827 – 1849“.

Der erste Vortrag befasste sich anhand eines ausgewählten Tagesprogramms des Admirals exemplarisch mit den schon in der ersten Zeit des Aufbaus der deutschen Flotte vielfältig auf ihn eindrängenden Problemen. Ausführlich behandelt wurden u.a. die Aspekte der materiellen Bereitschaft, der personellen Besetzung und der Disziplin auf den Schiffen, so der Streit um die erbeutete Fregatte „Eckernförde“, die Havarie der „Acadia“ und die Frage eines Trockendocks, die Meuterei auf der „Barbarossa“, der Dienstbetrieb auf der „Deutschland“, der Sanitätsdienst an Bord bis hin zu den Auswahlkriterien für die Einstellung der Sanitätsoffiziere. In der Analyse der Problemlösungsansätze wurden die Denk- und Vorgehensweise Brommes und wesentliche Charakterzüge des Admirals eindrucksvoll herausgearbeitet.










Der zweite Vortrag vertiefte die Ausführungen des Vortragenden aus den beiden vorangegangenen Bromme-Gesprächen über das Wirken Brommes als Marineoffizier in Griechenland in gezielter Ausleuchtung des Zeitraums von 1827 bis 1849. Auf der Basis der Quellen (u.a. Copiebuch Brommes und griechische Archivalien) und der Literatur (u.a. die Publikationen von Claus Uhlrich und Detlev G. Gross) sowie einer ausführlichen Darstellung und Bewertung des historischen Hintergrundes des griechischen Befreiungskrieges ging der Vortragende auf die schicksalhafte Entwicklung von Brommes Karriere in der griechischen Marine ein. Die Analyse von Brommes Verhalten angesichts der nicht nur politisch, sondern auch für ihn persönlich ausgesprochen unsicheren Zeiten (Misstrauen der Griechen gegenüber ausländischen Einflüssen, Unzuverlässigkeit in finanziellen Angelegenheiten, symptomatisch auch die ausgebliebene Ehrung Brommes in der späteren Rezeption seines Wirkens) gewährte insgesamt sehr aufschlussreiche Einblicke nicht nur in sein professionelles Denken und Handeln, sondern auch in den Charakter des Admirals und die zeitgenössische Bewertung seiner Persönlichkeit.
Die Nachmittagsvorträge wurden mit Blick auf die zeitlichen Vorgaben des Folgeprogramms etwas gestrafft, fügten sich aber dank ihrer Thematik und Darbietung durch die Vortragenden ausgezeichnet in den Gesamtablauf ein und bildeten darüber hinaus eine gelungene Abrundung des Bromme-Gesprächs.
Im dritten Vortrag führte der Vortragende, das ehemalige Besatzungsmitglied der Schulfregatte „Brommy“ der Deutschen Marine, Herr Friedrich Danielsen aus Tarp, die Gesprächsteilnehmer in die Atmosphäre an Bord und in die Decks dieses Schiffes zur Zeit seines Dienstes dort Anfang der 1960er Jahre. Seine Schilderung des Tagesablaufs auf einer längeren Seereise mit allen ihren Eigentümlichkeiten und den oftmals „Splissen & Knoten“ ähnlichen Episoden des täglichen Dienstbetriebs ließen so manche Parallele – wenn auch auf anderer Ebene der Betrachtung – zum Tagesablauf des Admirals Bromme aus dem ersten Vortrag erkennen.
Mit seiner souverän dargebotenen Ausleuchtung der Ereignisse und Hintergründe, vor denen sich das Wirken Brommes in seiner Zeit abspielte, sorgte Professor Dr. Horst Diere aus Halle/Saale in seinem abschließenden Vortrag zum Thema „Die Revolution 1848/Wilhelm Bauer“ für eine thematische Abrundung der Gesamtveranstaltung. Seine Betrachtung reichte von den Ergebnissen des Wiener Kongresses auf der Ebene der „Großen Politik“ bis zu den Ideen Wilhelm Bauers auf der Ebene der konstruktiven Umsetzung der maritimen Vorstellungen mit damals noch ungeahntem Entwicklungspotential. Viele Aspekte dieses umfassenden Spektrums konnten naturgemäß nur angerissen werden, boten aber eine Fülle von Ansatzpunkten für die weitere Forschungsarbeit und künftige Bromme-Symposien, so der vom Vortragenden selbst angeregte Gedanke einer ausführlicheren Beschäftigung mit der Schlacht von Idstedt − vielleicht verbunden mit einem Besuch der historischen Stätten.

Insgesamt stieß das Vortragsprogramm auf das rege Interesse aller Teilnehmer und sollte auch als Beitrag zur Forschung in dieser oder ähnlicher Form unbedingt fortgeführt werden.



Ein Bericht von Kapitän a.D. Bernd Molter
Im Rahmenprogramm besuchte die Bromme Gesellschaft Schloss Glücksburg und wurde von Ihrer Hoheit
Prinzessin Elisabeth zu Ysenburg – Büdingen durch das Schloss geführt.
(Foto: Konrad Braun)


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