Der Große Zapfenstreich ist das höchste feierliche Zeremoniell der Bundeswehr.
Dabei bezeichnet der große Zapfenstreich sowohl die militärische Zeremonie als
auch die angetretene Truppe und die historisch überlieferte Musikfolge.
Der Name Zapfenstreich stammt aus der Zeit der Landsknechte. damals war es
Brauch, den Ausschank in den Wirtshäusern zu beenden, indem man mit einem
Säbel über den Zapfhahn der Bier- und Weinfässer strich. Zugleich riefen Trommler
und Pfeifer die Söldner zur Nachtruhe ins Feldlager.
Im Laufe der Zeit wurde es üblich, das Zeichen der Nachtruhe auch in musikalischer
Form zu geben. Das heute übliche Zeremoniell stammt aus dem 19. Jahrhundert. In
der Zeit der Befreiungskriege befahl der preußische König Friedrich Wilhelm III unter
Eindruck eines Brauches in der Russischen Armee auch bei seinen Truppen nach
dem Zapfenstreich ein Gebet.
Der Große Zapfenstreich als feierliches militärmusikalisches Zeremoniell wurde in
seiner heutigen Form erstmals 1838 in Berlin aufgeführt.
Der Aufmarsch beginnt mit dem Kommando „Großer Zapfenstreich - stillgestanden“
und schließt mit dem „Marsch des Yorckschen Korps“.
Als zweites Element folgt die Serenade mit einer Abfolge von drei ausgewählten
Musikstücken, bevor das dritte Element, der eigentliche Große Zapfenstreich mit einer
festgelegten Musikfolge anschließt.
Hierzu zählt auch der Ruf zum Gebet mit dem Kommando „Helm ab zum Gebet“
sowie die deutsche Nationalhymne, nach dem Kommando „Achtung präsentiert“.
Meine Damen und Herren, ich würde Sie bitten sich bei dieser Kommandofolge,
einschließlich der Nationalhymne von Ihren Plätzen zu erheben.
Der Große Zapfenstreich endet mit der Abmeldung des Zapfenstreiches und dem
Ausmarsch der beteiligten Soldatinnen und Soldaten.
oder