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Carl Rudolph Bromme
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< class="imPgTitle" style="display: block;" itemprop="headline">Erster Beitrag von unserem Mitglied Wolfgang Meironke über das Leben von Carl Rudolph Bromme
Carl Rudolph Bromme Gesellschaft
Herausgegeben von in Algemein ·

Der Weg von Carl Rudolph Brommy in die Dienste der Reichsregierung unter Heinrich von Gagern bis zur Übernahme als Reichskommisar in Bremerhaven

Die von Carl Rudolph Brommy sehr beobachteten Vorgänge der Revolution in Nordeuropa seit Beginn des Jahres 1848 ließen diesen Aufhorchen, seit Dänemark die deutschen Nord- und Ostseeküste blockierte. Durch gute Kontakte zum bayrischen Königshaus bleibt Carl Rudolph Brommy in Griechenland immer über die Geschehnisse in Deutschland ausgezeichnet unterrichtet. Sein Anfang 1848 in Berlin erschienenes Buch, „Die Marine“ hat unter Marinefachleuten Aufsehen und Zustimmung gefunden.

Wie schon 1845 reichte er erneut ein Gesuch zur Übernahme einer leitenden Position ein, das er am 23. Juli an den Präsidenten der National- Versammlung, Heinrich von Gagern schickte.

“Ehrwürdige Exzellenz
Muss der Unterzeichnete um Entschuldigung bitten, dass er, als ein Ihnen gänzlich Unbekannter wagt, Ihre kostbare Zeit mit seinen eigenen Angelegenheiten in Anspruch zu nehmen. Unter den Großen Zeitfragen, welche das gesamte deutsche Vaterland jetzt erwägen, ist die, eine deutsche Kriegs-Marine betreffende, eine der wichtigsten geworden. (…)“
Jetzt ist diese langersehnte Zeit herangekommen und die Umstände haben die Notwendigkeit einer deutschen Flotte bewiesen. Der Unterzeichnete hält es für seine Pflicht als Deutscher, in einem Augenblick wo ein Jeder dem Vaterland seine Kräfte widmen muss, Deutschland seinen Dienst anzubieten,- um sosehr glaubt er es thun zu müssen, da es an Offizieren mangelt, die befähigt sind eine Marine zu organisieren und zu befehligen.(…) Der Unterzeichnete wendet sich jetzt an erw. Exzellenz und bittet durch Ihre gütige Vermittlung Deutschland seinen Dienst um so bereitwilliger an, da Mangel an Seeoffizieren abzuhelfen, Deutschland für den Anfang doch benötigt sein wird, die Ehre seiner Flagge fremden Mietlingen anzuvertrauen. Indem er dieses Gesuch einreicht, erlaubt er sich zugleich, eine biographische Notiz über sich zur geneigten Durchsicht beizulegen und die Bitte hinzuzufügen, sie beikommendes Werk über Marine als ein schwachen Beweis der ausgezeichneten Hochachtung annehmen zu wollen, die der Verfasser für den ausgezeichneten Staatsmann, den deutschen Präsidenten der Deutschen National Versammlung empfindet”

Athen 23. Juli 1848 R. Brommy Ritter

Erster Capitän der Königlich Griechischen Marine“

Trotz der innenpolitischen Probleme nach den Aufständen in Frankfurt, bemühen sich die verantwortlichen Politiker weiterhin um den sachgerechten Aufbau des Deutschen Reiches. Der Gesetzentwurf zur Verkündigung einer Kriegs-rund Handelsflagge wird am 26. September 1848 in der Nationalversammlung bearbeitet. Das Reichsministerium des Handels (Duckwitz) gibt am folgenden Tag ein Schreiben an die Seeuferstaaten heraus, das die Ausführungsbestimmungen zum Gesetz über die Kriegs- und Handelsflagge enthält. Im Rahmen der Grundrechtsdebatte über das Staatsrecht werden während der 33. Sitzung die Probleme um die Anrechnung des Dienstes in der Marine als Allgemeine Wehrpflicht erörtert. Neben diesen Themen wird auch die Frage debattiert, ob die einzelnen Staaten des Reiches eigene Seestreitkräfte aufbauen und unterhalten dürfen. Ein Teil der Debatte dreht sich dabei um die Stellung der Seeleute im Verhältnis der Soldaten der Bundeskontingente des Bundeskorps. Den Mitgliedern der Nationalversammlung geht die Planung und der Aufbau der Reichsflotte nicht schnell genug. Immer wieder kommt es zu Anfragen zu diesem Thema. So verlangt der Berliner Abgeordnete Jordan einen Bericht über den Stand der Entwicklung. Am 29. September 1848 wird deshalb durch den Marineausschuß der Nationalversammlung ein umfassender Bericht abgelegt. Die Situation um die Überprüfung der Hamburger Schiffe ist ein wichtiges Thema. Bislang konnte die Kommission nicht gebildet werden, da keine Regierung Mitglieder zur Verfügung stellen will! Auch ist noch kein Leiter für die Kommission gefunden worden! Ein unhaltbarer Zustand.

Reichs-Handelsminister Duckwitz übernimmt die Marine des Reiches

Ende September 1848 beginnt der Handelsminister Duckwitz deshalb die Sache der Marine energisch voranzutreiben. Zunächst fordert er die Unterlagen des Marineausschusses der Nationalversammlung an, um die Aufstellung der deutschen Marineoffiziere zu erhalten die im Ausland Dienst leisten. Schon bald kristallisiert sich heraus, dass es nur sehr wenige deutschstämmige Offiziere gibt, die überhaupt in Frage kommen und auch bereit sind, in dieser Lage eine führende Position in der Deutschen Flotte zu übernehmen. Neben dem in Griechenland lebenden Carl Rudolph Brommy ist das der aus dänischen Diensten gewechselte Kapitän-Leutnant Donner, der zurzeit in Schleswig-Holstein Dienst leistete. In der Diskussion steht auch der Niederländer Kapitän Leutnant Jan Schröder, der in Preußen die Navigationsschule von Danzig leitet.

Neben dieser Suche nach Führungspersonal muss als nächster wichtiger Schritt das Marineministerium gebildet werden, das dann den Aufbau und die Beschaffung von Schiffen und deren Material organisiert. Als Folge der regen Diskussion vom 28. September 1848 fragt der Abgeordnete von Reben am 30. September 1848 über den Verbleib der am 14. Juni 1848 bewilligten Marinemittel nach. Reichsfinanzminister von Beckrath erläutert, dass es noch zu keiner Auszahlung der freigegeben 3 Millionen Thaler gekommen sei, da zum einen keine Anforderung gestellt, zum anderen keine Marinebehörde vorhanden ist, der die Mittel zu Verfügung gestellt werden könnten. Nach einer erregten Diskussion über diesen unhaltbaren und absurden Zustand wird das Finanzministerium aufgefordert, die bewilligten Mittel flüssig zu machen. Um die Finanzmittel geordnet zu übernehmen und zu verwalten, muss ein Minister dafür die Verantwortung übernehmen. Nach dieser Debatte übernimmt Handelsminister Duckwitz offiziell die Marine, um so überhaupt erst die gesetzlichen Grundlagen zum Aufbau der Reichsflotte zu schaffen.


Um endlich die Marineangelegenheiten in den Griff zu bekommen, muss eine Marinebehörden geschaffen und besetzt werden. Die amtliche, der Regierung verantwortliche Behörde wird dem Handelsministerium unterstellt und erhält die Bezeichnung „Marineabteilung des Handelsministeriums. Leiter ist Arnold Duckwitz. Die zwischen dem Reichsverweser und Reichshandelsminister Duckwitz einerseits, und Prinz Adalbert und der preußischen Regierung andererseits geführten Gespräche kommen am 30. Oktober 1848 zum Abschluss. Damit eine Arbeit des Preußenprinzen für die Belange der Reichsmarine ermöglicht werden kann, wird eine selbständige, unabhängige „Technisch-Marine-Kommission“ (TMK) eingerichtet, deren Vorsitz der Prinz übernimmt. Aufgabe dieser Kommission soll sein:

  • Gutachterliche Äußerungen über technische Fragen abzugeben,

  • Anträge an die politisch verantwortliche Marineabteilung zum Kauf von Schiffen, deren Ausrüstung, Küstenbatterien usw. zu stellen,

  • Untersuchungen der deutschen Häfen zu Kriegszwecke, Anlage von Werften, Arsenale u.a. anzustellen,

  • Ausarbeitung von Plänen für die deutsche Marine in Bezug auf deren Gestaltung, Umfang und Organisation.


Nach intensiven Gesprächen zwischen Arnold Duckwitz und Prinz Adalbert einigen sich beide auf folgende personelle Besetzung der TMK unter der Gesamtleitung von Prinz Adalbert von Preußen,
General von Radowitz (Preußen, Nat.Vers.),
Herr C.T. Gevekoth (Bremen),
Hauptmann Moering (Österreich),
Herr Rahs (Hamburg),
Major Teichert (Hamburg?),
Durch Arnold Duckwitz werden erbeten:
Major v. Wangenheim (Preußen, Pr. Marineabteilung),
Kapitänleutnant Jan Schröder (Preußen),
Kapitänleutnant Donner (Schleswig-Holstein),
Ingenieur Morgan,
Fregattenkapitän Brommy (z.Z. in Griechenland),
Durch den Reichsverweser wird erbeten:
Oberst Kudriaffsky (Österreich).

Hannover und Hamburg haben noch keine Vertreter für die Kommission benannt, sollen aber je einen Sachverständigen stellen.

Nach dem Reichshandelsminister Duckwitz die Organisation der Marine vorläufig mit der Schaffung der Technischen Marine Kommission auf den Weg gebracht hat, beginnt er konkret die wichtigsten Persönlichkeiten zu dieser Kommission einzuladen. In einem Schreiben vom 4. November 1848 schreibt Duckwitz an den Fregattenkapitän in griechischen Diensten, Carl Rudolph Brommy:

“(…)da nun, obgleich Sie fern von der Heimat sind, doch Ihr Name in derselben in Ehre steht, bin ich vom Reichsministerrathe beauftragt, an Sie das Gesuch zu richten, sich nach Frankfurt Fürsamst begeben zu wollen, um in die Dienste des Vaterlandes zu treten, wenn, wie ich nicht bezweifele, gegenseitig die noch ihrer Ankunft festgelegten Beziehungen zusagen…”


Die Personalplanung für die Marine
Die personelle Lage der Reichsmarine ist zum Anfang des Jahres 1849 alles andere als ausreichend. Die wenigen ausgebildeten Marinefachleute, zumal Deutsche, reichen bei weitem nicht aus. Mittlerweile ist Fregattenkapitän Brommy in Deutschland eingetroffen.[1] Angesichts seiner Vorkenntnisse und seiner Erfahrung im Aufbau der griechischen Marine ist er eine willkommene Verstärkung. Hier kommt es aber schon bald zu Spannungen in der TMK, da Fregattenkapitän Brommy lieber handelt als lange diskutiert.[2]


Wegen der Gefahr, das Reich ohne Schutz im neuen Waffengang gegen Dänemark zu sehen, versucht Minister Duckwitz, den Fregattenkapitän zwischenzeitlich nach Bremerhaven und Hamburg zu delegieren. um dort Überprüfungen vor Ort durchführen zu lassen.


Neben den vielen organisatorischen Aufbauarbeiten für die Marine, sind auch der Aufbau der Führung und die Sanitätsversorgung der Reichsflotte eine der dringendsten Aufgaben. Mit der Übernahme der Hamburger Schiffe waren ein Arzt (stationiert auf der „Deutschland“), und ein Chirurg (stationiert auf der „Lübeck“) von der Reichsmarine übernommen worden. Da der Etat keinen Chirurgen vorsah, sollte dieser als Schiffsbader im Rang eines Unteroffiziers 3. Klasse übernommen, wegen seiner Fähigkeiten aber als Unterarzt eingesetzt werden. Mitte Januar stellt sich der in Göttingen lebende Privatdozent Dr. Heins zur Verfügung und beginnt unverzüglich seinen Dienst als Arzt in der Reichsmarine. Die Besonderheit hierbei ist der Umstand, dass Dr. Heins ohne förmliche Bewerbung sofort angestellt wurde. Die Reichsflotte erhält somit einen nicht militärisch ausgebildeten Arzt, hat also das Glück, von einem Mann geleitet zu werden, der nicht mit eingefahrenen militärischen Strukturen belastet ist. Dr. Heins kann und muss von Null anfangen. Er begann unverzüglich mit der Ausarbeitung von Vorschlägen für die Einrichtungen von Schiffsapotheken und Medikamentenkisten für Schiffe „ohne besonderes Lokal für die Schiffsapotheke“ also für Ruderkanonenboote. Durch das Reichsministerium wurde Dr. Heins provisorisch dann am 16. März 1849 zum Marinearzt der Reichsmarine ernannt.


Um dem Problem der Mannschaften zu begegnen, sind an die USA, Rußland, Schweden und die Niederlande Gesuche mit der Bitte um Unterstützung ergangen. Kapitän Kuper hat vorgeschlagen, die Kommandostellen zunächst mit ausländischen Offizieren zu besetzen, die von deutschen Seeoffizieren unterstützt werden. Als Nachwuchs soll man dann 13-15 jährige Jungen aus gutem Hause anwerben und ausbilden. Sie könnten dann später das Deutsche Offizierskorps stellen. Schon im April 1848 hat der preußische Generalkonsul Bunsen in London darauf hingewiesen, dass durch britische Offiziere wenig Unterstützung zu erwarten sei. Zum einen werde kein britischer Offizier, der etwas auf sich hält, den Dienst in der Royal Navy quittieren. Zum anderen ist es britischen Untertanen verboten, einen Dienst anzutreten, der gegen ein Land geführt wird, mit dem Großbritannien nicht im Krieg steht. Aus den Vereinigten Staaten von Amerika sind bislang keinerlei negativen Reaktionen zu hören gewesen, so dass Minister Duckwitz davon ausgeht, dass ein Teil der erbetenen Offiziere tatsächlich in absehbarer Zeit in Deutschland eintreffen werden. Das Hauptproblem bei der Einstellung von Seeleuten ist und bleibt die Rechtsunsicherheit im Dienst der Reichsflotte, ob dieser auf den allgemeinen Wehrdienst angerechnet wird.


Um der Marineabteilung Richtlinien zur Planung an die Hand zu geben, schlägt die TMK in einem Schreiben vom 22. Januar vor, dass die Reichsflotte in der Lage sein sollte:


1. Die Küste in Nord- und Ostsee vor dänischen Angriffen zu schützen.
2. Operationen der Landtruppen gegen die dänischen Inseln ermöglichen.
3. Dänemark nach Möglichkeit selber auf offener See angreifen können.


Neben den Stellungen des Küstenschutzes sollen, nach Meinung von Prinz Adalbert von Preußen, vorrangig Ruderkanonenboote eingesetzt werden, die groß genug sind um zwei Geschütze zu tragen. Diese Diskussion nimmt eine lange Zeit in Anspruch. Fregattenkapitän Brommy vertrat die Auffassung, dass die Kanonenboote an der Nord- und Ostseeküste wenig Sinn haben, da die See keinen ordnungsgemäßen Einsatz zulasse. Er verstand deshalb nicht den Zeitaufwand dem dieses Thema gewidmet wurde. Für ihn sind andere Themen wichtiger auf der Tagesordnung. Es muss wegen der Kanonenboote zwischen Brommy und dem preußischen Prinzen zu starken Meinungsverschiedenheiten gegeben sein! Trotzdem; um vor Ausbruch des Krieges noch genügend Boote gebaut zu bekommen, sollen in Nord- und Ostsee getrennte Bauvorhaben für Kanonenboote en in Angriff genommen werden die unter der Oberaufsicht von Kommodore Schröder stehen sollen.[3] Als Kosten werden 5.900 bis 6.200 Reichsthaler veranschlagt. Sollen die Verträge nicht eingehalten werden, drohen sogar Bußgelder.


Trotz des Angebotes, Posten in der Reichsmarine übernehmen zu können, haben alle Marineoffiziere der TMK Frankfurt verlassen und waren wieder zu ihren Dienststellen zurückgekehrt. Wie von Minister Duckwitz geplant, bleibt Rudolph Brommy in Frankfurt, um dort die Geschäfte der Marineabteilung zu übernehmen und die wichtigsten Fragen zum Aufbau und der Struktur der Marine in Bremerhaven zu klären. Mit der Freigabe der zweiten Rate der Marinemittel kann der Aufbau in die Tat umgesetzt werden, sind:

1. Schaffung von Kriegshäfen,
2. Schaffung des Raumes für Arsenale,
3. Beschaffung von Schiffen,
4. Schaffung von Grundlagen für Baukontrakte,
5. Schaffung der Grundlagen zum Bau von Werften für Kriegsschiffe durch deutsche Schiffbaumeister,
6. Beschaffung von Schiffbaumaterial,
7. Anwerbung von Offizieren und Mannschaften für die Marine.


Hauptproblem ist und bleibt zu diesem Zeitpunkt die Besetzung des Postens eines Commodore in Bremerhaven als militärischer Führer vor Ort. Handelsminister Duckwitz rechnet immer noch mit der Freistellung eines US-Offiziers. Da in Bremerhaven aber unbedingt eine verantwortliche Person eingesetzt werden muss, soll zunächst ein „Admiralitäts-Collegium“ diese Aufgabe übernehmen. Ungeachtet dieser ungeklärten Personalfrage des Leiters in Bremerhaven, seiner Aufgaben und Befugnisse, beginnt Fregattenkapitän Brommy seine Arbeit in der Marineabteilung in Frankfurt.

Wie befürchte bestätigt Dänemark das Ende des Waffenstillstands zum 26 März 1849. Angesichts dieser Lage, entschließt sich Minister Duckwitz schweren Herzens, Fregattenkapitän Brommy als Reichskommissar an die Nordsee zu schicken, da in Bremerhaven kein ordentlicher Leiter der Reichsregierung eingesetzt ist, der den verstärkt einlaufenden Zustrom von Material, Personal und Ausrüstung für die Reichsflotte verwaltet.

Die Planungen des Minister Duckwitz werden durch die Absage von dem österreichischen Seeoffiziers Kudriaffsky als Leiter der Marinestation in Bremerhaven zu fungieren, erheblich durcheinander gebracht, da er nun auf einen Mann an seiner Seite verzichten muss, den er wegen seiner Kompetenz gerne weiter in Franfurt zum Aufbau der Flotte behalten hätte, Fregattenkapitän Brommy. Angesichts der Lage, dass es in Bremerhaven keinen ordentlichen Leiter der Reichsregierung gibt, der den verstärkt einsetzenden Zulauf von Material, Personal und Ausrüstung für die Reichsflotte verwaltet, entschließt sich Duckwitz schweren Herzens, Fregattenkapitän Brommy als Reichskommissar an die Nordsee zu schicken.

Am 25. Februar 1849 erhält Brommy die Instruktionen von Reichshandelsminister Duckwitz, als Reichskommissar und Bevollmächtigter des Reichsministeriums des Handels – Abteilung der Marine, in Bremerhaven tätig zu werden. Ausdrücklich wird auf die Kompetenzverteilung hingewiesen. Fregattenkapitän Brommy ist gegenüber allen Offizieren der Reichsmarine als militärischer Führer weisungsbefugt, was auch gegenüber gleich- oder höhergestellten Offizieren zutrifft (zum Beispiel gegenüber Kapitän Strut). Das soll vor allen Dingen bei unvorhergesehenen Ereignissen und einem plötzlichen Ausbruch der Feindseligkeiten gegen Dänemark gelten.

Fregattenkapitän Brommy begibt sich Ende 1849 nach Bremerhaven um dort seine Aufbauarbeit einer deutschen Reichsmarine zu beginnen. Er konnte nicht ahnen wie schwierig seine Aufgabe werden sollte.

[1] Die genaue Ankunftszeit von Brommy in Deutschland und sein Eintritt in die Reichsmarine sind in keiner Quelle genau belegt! So schreibt Jorberg Fr. Carl Rudolf Brommy. S. 41, dass Brommy am 4.9.1848 in Frankfurt eingetroffen sein soll. Zilligers, W.: a.a.O. S. 155. Fregattenkapitän Brommy erstmals in einem Protokoll der TMK bei der 22. Sitzung am 20.1.1849 erwähnt. Zwischen beiden Zeitangaben liegen gut vier Monate!

[2] Wie die Ankunftszeit weitgehend unbekannt ist, trifft dieses ebenfalls für die Verweildauer in der TMK zu. Die Quellen sind sehr Unklar in ihren Aussagen. Jorberg schreibt, dass Brommy schon bald, wegen seiner Unruhe, nach Bremerhaven delegiert wurde. Andere Quellen schreiben ihm aber eine wesentliche Mitarbeit bei der Erarbeitung von Verordnungen zu. Fest steht; bis zur tatsächlichen Übernahme des Postens als Seezeugmeisters wird in den Quellen die Tätigkeit von Brommy unklar dokumentiert!

[3]Gerade der Bau der Boote in der Ostsee bereitete Schwierigkeiten da zunächst ein Mangel an Zeichnungen, später an Material und durch alle Werften der viel zu geringe Preis auf das bitterste bemängelt wurde. In Stettin kommt es, wie auch bei der Reparatur der „Bremen“ auf der Weser, zu Streiks wegen der Arbeitszeit und der Entlohnung.




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